Das hohe Gewicht dürfte neben der Größe des Geräts unter anderem durch den Einsatz hochwertiger Materialien liegen. Trotz des verhältnismäßig günstigen Preises setzt Lenovo beim Gehäuse nicht auf günstigen und leichten Kunststoff, sondern auf eine mattgraue Alu-Oberfläche. Wenn die RGB-Beleuchtung der Tastatur und des Lenovo-Logos auf der Außenseite nicht wäre, könnte der Gaming-Laptop beinahe als riesiges Business-Notebook durchgehen, doch genau zu diesem Anwendungszweck eignet sich der mobile Rechner gar nicht.
Die Akkulaufzeit fällt nämlich trotz einer Akkukapazität von 76 Wh gering aus. Wenn das System ohne Netzteil betrieben und unter Volllast (volle Helligkeit, Hitman-2-Benchmark in Dauerschleife) gesetzt wird, macht der Akku nach etwa 55 Minuten die Grätsche.

In der Regel taktet das System automatisch Prozessor und Grafikkarte herunter, sobald das Gerät vom Netzteil getrennt wird. Je weniger Saft im Gaming-Laptop, desto stärker wird die Hardware gedrosselt. Das spiegelt sich dementsprechend auch in den Bildraten wider. Das ist auch beim Lenovo Legion Y740 so, fällt dank des G-Sync-fähigen Displays aber nicht so stark auf. Die Technologie sorgt dafür, dass die Bildrate des Displays mit dem Output der Grafikkarte synchronisiert wird. Die Folge: Bildzerreißen, auch „Tearing“ genannt, gibt es nicht – auch nicht bei Bildraten, die unter der 30-FPS-Marke liegen. Das Bild wirkt stabiler und flüssiger.

Doch zurück zur Akkulaufzeit. Wird die Helligkeit etwas reduziert, die RGB-Beleuchtung deaktiviert und das Notebook nur für Office-Arbeiten genutzt, erhöht sich die Akkulaufzeit immerhin auf 2,5 Stunden. Wer den Laptop also öfters mal unterwegs nutzen will, sollte lieber das Netzteil einpacken. Wenn der Akkustand unter 25 Prozent fällt, taktet sich der i7-Prozessor auf gerade einmal 0,8 GHz herunter, was sich auch in der Performance des Systems bemerkbar macht. Selbst das Wiederaufrufen von Programmen und Fenstern, die bereits geöffnet wurden, fühlt sich ab diesem Zeitpunkt deutlich träger an.

Tastatur und Touchpad leisten sich indes fast keine Patzer. Die Druckpunkte ist sehr angenehm, das Schreibgefühl fühlt sich bei allen Tasten gleich gut an – und das obwohl mein Testmuster wahrscheinlich schon durch einige Redaktionen gewandert ist. Woran ich das festmache? Die linke Maustaste unter dem Touchpad ist schon etwas ausgeleiert. Wenn ich die Taste in der unteren linken Ecke drücke, wird kein Klick registriert. Laut Lenovo handelt es sich hierbei um einen Einzelfall, unerwähnt sollte das Problem aber nicht bleiben.

Dank der Größe des Laptops hat auch ein Nummernblock seinen Weg ins Gehäuse gefunden. Das Layout der Tasten unterscheidet sich jedoch von bekannten Nummernblöcken, zudem fällt die Größe der Tasten kleiner aus als die der restlichen Tastatur – Vertipper sind hier also vorprogrammiert. Auch die Größe des Touchpads fällt in Relation zur Gesamtgröße des Laptops reichlich kompakt aus. Dafür bietet die Oberfläche eine gelungene Mischung aus haptischem Feedback und Gleitfähigkeit.

Tastatur und Touchpad leisten gute Arbeit – hier gibt es nur wenig zu kritteln (Foto: Severin Pick @ GIGA).
Bei den Anschlüssen gibt es fast nichts zu beantstanden, neben einem 2,5 Gbit/s-Ethernet-Port bietet Lenovo beim Legion Y740 auch einen Thunderbolt-3-Anschluss. Lediglich der fehlende SD-Kartenleser stößt mir sauer auf. Bei einem Gerät, dass sich alleine von den Hardware-Spezifikationen auch fantastisch als Schnitt-Laptop eignen würde, kommt das beinahe einem Sakrileg gleich. Das gleiche Problem plagte übrigens auch das Alienware m15.

Weiterführend zum Thema: Alienware m15 Gaming-Laptop im Test: Wenn Geld keine Rolle spielt
Zum Abschluss ein paar abschließende Worte zur Webcam und des vorinstallierten Betriebssystems. Die Qualität der Foto- und Videoaufnahmen fällt zweckmäßig aus. Selbst in einem gut ausgeleuchteten Zimmer kann man ganz klar Bildrauschen ausmachen und auch die Aufnahmequalität des Mikrofons ist eher dürftig, aber zum Skypen und reicht es aus.
Der Laptop wird mit Windows 10 Home in der 64-bit Version ausgeliefert, neben zwei Apps von Lenovo ist im Auslieferungszustand auch die iCUE-Software von Corsair zur Konfiguration der RGB-Beleuchtung, sowie die Antiviren-Software McAfee, die ich prompt vom System verbannte.

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